Wir reiten natürlich mit Leichtigkeit...!

Was verbirgt sich hinter diesem Satz? 

 

Wir bilden unsere Pferde im Sinne des "NARTURAL HORSEMANSHIP" und der

"ECOLE DE LÉGÉRETÉ"- der "Schule der Leichtigkeit" aus!

Als ich 2015 mein erstes eigenes Pferd fand -Artus-, der 2 Jahre alt und noch ein Hengst war, war mir klar, dass ich nicht den konventionellen Weg der Pferdeausbildung gehen werde! Bevor ich Artus kaufte, war ich an dem Punkt angelangt, mein Hobby an den Nagel zu hängen. Ich fühlte mich fehl am Platz in den "normalen Reitschulen" und dachte, mir fehlen anscheinend Muskel, die andere haben. Ich kam mit dem ewigen "Treiben! Kreuz ran! Du lässt die Verarschen!" nicht zurecht. Und auch der Ton und der Umgang in den Reitställen war nicht meiner. Das "Horsemanship" habe ich 2003 auf "ArhönA" mit einer lieben Kollegin kennengelernt. Damals war Uwe Weinzil noch dort. Aber in meiner Umgebung fand ich niemanden, der so arbeitete...zum Glück, denn sonst hätte ich Artus vielleicht nie gesucht!!!  Und was ein riesen Glück, dass sich mein lieber Mann, der nichts mit Pferden zu tun haben wollte, doch auf ein neues Abenteuer einließ und mir half, meinen Traum vom eigenem Pferd zu erfüllen. Mit dem ich meinen Weg mit dem Pferd finden konnte! Das uns nun noch Holly begleitet geht auf meinen leiben Mann zurück... 

Ich suchte dann nach Lehren, die "natural Horsemanship" unterrichten. Ursel Hübner war unsere erste Lehrerin. Sie und Heiko Steinmann empfahlen mir, unabhängig voneinander, das Buch von PHILLIPE KARL : "Irrwege der modernen Dressur". Es war, nach dem kennenlernen des "Horsemannship", eine Offenbarung für mich! Aber wo findet man jemanden, der hier in der Nähe danach ausbildet??? ... damals in Witzenhausen und jetzt in Bad Sooden-Allendorf!

Dr. Tamina Pinent und Phillip Seifert von "ReitHaus AM ALTEN HAINSBACH", sind direkte Schüler von Phillipe Karl! Sie verbinden die Dressurausbildung mit dem "Horsemanship". Neben Herrn Karl sind noch Ian Bneson, ein Neuseeländischer Pferdemensch, und Sarah Brummer, eine Instruktorin des Pad Parelli Konzeptes ihre "Lehrer".

Tamina und Phillip haben so unglaublich viel Pferdeverstand und leben, was sie auf ihrer Website schreiben!

 

 

Wie ich zum Pferd kam...

Ich habe mit 11 Jahren den Kontakt zu Pferden gesucht und gefunden. Meine erste Lehrmeisterin war Nicky, eine Ponydame mit sehr eigenem Kopf. Sie landete1978 mit einem Schlachttranporter, der die Schafe zum Schlachthof Rosdorf abgeholt hat, auf Gut Reibstein. Glücklicherweise wurden im Schlachthof Rosdorf keine Pferde geschlachtet! Dies sollte eigentlich eine Zwischenstation für Nicky sein, bis sie nach Claustal-Cellerfeld gebracht werden sollte....blieb dann aber, bis sie 1999 starb, ihr Zuhause!

Man wusste nicht, woher sie kam. Aber, ihrem Verhalten und ihrem Zustand, nach  zu urteilen, aus furchtbaren Verhältnissen. Sie war ein gefährliches Pony, das niemanden an sich heran lies, selbst das Füttern war gefährlich... sie griff an, biss und trat kräftig aus!

Ich habe sie erst 1982 kennengelernt, nachdem sie schon deutlich friedlicher war. Aber auch mich hat sie nicht gleich an sich heran gelassen. Doch sie war das einzige Pony, zu dem ich Zugang hatte und so blieb ich beharrlich an ihr dran. Ich war wie eine kleine lästige Fliege, die sich nicht abwimmeln ließ. Irgendwann  hat sie das eingesehen und gab auf, mich loswerden zu wollen. Ich hatte das große Glück, dass mich niemand reglementiert oder eingeschränkt hat, in dem was ich mit ihr machte. Ich habe aus dem Bauch heraus gehandelt und probiert, was ich bei anderen abgekuckt habe. Manches hat geklappt, manches halt nicht. Reitunterricht hatte ich als Kind nie bekommen, da meine Eltern das nicht finanzieren konnten und auch keinen Bezug zu Pferden hatten. Ich bin mit ihr wörtlich über Stock und Stein, durch Dick und Dünn gegangen! Sie hat mich so manches mal abgesetzt und ist allein zurück zum Hof gelaufen, wenn sie keine Lust auf einen Ausritt hatte. Aber sie war auch ein Fels in der Brandung! Sie hat vor rein gar nichts gescheut oder sich erschrocken. Ich bin als Kind über Autobahnbrücken und  Landstraßen, auf denen die Autos mit 100 Kmh an uns vorbeisausten, geritten. Wir sind im Wald auf Rehe und Wildschweine gestoßen, an wehenden Planen im Sturm... Nicky war immer cool! Und für mich war es das Normalste der Welt! 

Ich war nie ungerecht zu ihr, ich habe sie nie zu unrecht  bestraft, gehauen oder verletzt, weil ich schlechte Laune hatte oder ungeduldig war! 

Nun sind Artus und Holly meine Lehrmeister und es macht mir so viel Freude mit und von ihnen zu lernen !!!

 

Es gibt so viele Pferde, die, weil sie schlecht und ungerecht behandelt wurden, nicht mehr oder nur unter Gefahr, reitbar waren. Nicky ist für mich noch immer ein Paradebeispiel, was einPferd alles verzeihen kann und wie sie sich doch wieder auf Menschen einlassen können, wenn man mit liebevoller Beharrlichkeit und Gerechtigkeit an ihnen dran bleibt und ihnen Zeit gibt!